Wien, die Hauptstadt der Habsburger, wurde zweimal von osmanischen Heeren belagert und beide Male nicht eingenommen. Diese beiden Jahre markieren die Grenze des osmanischen Vordringens nach Mitteleuropa.

1529: Süleymans Belagerung

Drei Jahre nach dem Sieg bei Mohács stand Süleyman der Prächtige im September 1529 vor Wien. Ein früher Herbst, starker Regen und schwere Geschütze, die auf schlammigen Straßen zurückblieben, erschwerten die Belagerung. Mitte Oktober zog das Heer ab.

1683: Kara Mustafa Pascha

Großwesir Kara Mustafa Pascha aus Merzifon belagerte die Stadt im Juli 1683 erneut. Nach zwei Monaten, am 12. September 1683, stieg ein Entsatzheer unter dem polnischen König Jan III. Sobieski vom Kahlenberg herab und brachte den Osmanen eine schwere Niederlage bei. Kara Mustafa Pascha wurde Ende desselben Jahres in Belgrad hingerichtet.

Die Niederlage gilt als Beginn des osmanischen Rückzugs aus Europa. Mit dem Frieden von Karlowitz 1699 ging der größte Teil Ungarns verloren.

Was man heute sieht

  • Kahlenberg: der Hügel, von dem das Entsatzheer 1683 herabstieg, heute einer der schönsten Aussichtspunkte Wiens.
  • Türkenschanzpark: benannt nach den Schanzen, die osmanische Soldaten bei der Belagerung 1683 aushoben.
  • Museen: Im Heeresgeschichtlichen Museum und im Wien Museum sind osmanische Waffen, Fahnen und Gegenstände aus der Belagerung zu sehen.

Das Kipferl, der Vorläufer des Croissants, soll in Halbmondform gebacken worden sein, um den Sieg von 1683 zu feiern. Historiker halten das jedoch für eine spätere Legende.