Am Morgen des 29. Mai 1453 fiel Konstantinopel, seit über tausend Jahren Hauptstadt des Oströmischen Reiches, an das Heer des 21-jährigen Sultans Mehmed II. Viele Historiker sehen in diesem Datum das Ende des Mittelalters.
Vorbereitung: eine Festung am Bosporus
Ein Jahr vor der Belagerung, 1452, ließ Mehmed an der engsten Stelle des Bosporus die Festung Rumeli Hisarı errichten. Zusammen mit der Festung Anadolu Hisarı am gegenüberliegenden Ufer schnitt sie die Stadt von jeder Hilfe aus dem Schwarzen Meer ab.
Riesige Kanonen
Die gewaltigen Kanonen des aus Ungarn stammenden Geschützgießers Urban beschossen die Theodosianische Mauer wochenlang. Die Mauern hatten vielen Belagerungen standgehalten, doch dem Zeitalter des Schießpulvers waren sie nicht gewachsen.
Schiffe über Land
Die Einfahrt zum Goldenen Horn war durch eine schwere Kette gesperrt. In der Nacht zum 22. April wurden osmanische Schiffe auf gefetteten Holzbahnen über die Hügel hinter Galata gezogen und ins Goldene Horn gelassen. Nun mussten die Verteidiger einen viel längeren Mauerabschnitt bewachen.
„Entweder nehme ich Istanbul, oder Istanbul nimmt mich.”
— Mehmed II. zugeschriebener Ausspruch
Die Folgen
- Istanbul wurde die neue osmanische Hauptstadt und blieb es bis 1922.
- Die Hagia Sophia wurde in eine Moschee umgewandelt.
- Mehmed II. erhielt den Beinamen „Fatih”, der Eroberer.
Möchten Sie diese Geschichte vor Ort erleben? Beginnen Sie an der Landmauer und gehen Sie bis zur Hagia Sophia, um den Spuren der Eroberung selbst zu folgen.


