Nach der Eroberung Konstantinopels nutzte Mehmed II. zunächst einen Palast im Gebiet des heutigen Beyazıt, der später Alter Palast hieß. Danach ließ er am östlichen Ende der Stadt einen neuen bauen, auf der Landspitze, an der das Marmarameer auf das Goldene Horn trifft. Von der zweiten Hälfte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten im Topkapı-Palast die Sultane, und von hier aus wurde das Reich regiert.
Drei Höfe, eine Ordnung
Der Palast besteht aus Höfen, die durch Tore verbunden sind. Besucher betreten ihn zuerst durch das Bâb-ı Hümâyûn, das Kaiserliche Tor. Zum zweiten Hof führt das Bâb-üs-Selâm, der dritte Hof wird durch das Bâbüssaâde, das Tor der Glückseligkeit, betreten. Je weiter man hineingeht, desto privater wird es: außen die Staatsgeschäfte, innen der engste Kreis des Sultans.
Der kaiserliche Diwan
Im zweiten Hof, in der Kuppelhalle Kubbealtı, tagte der Diwan-ı Hümâyun. Unter Leitung des Großwesirs und der Wesire ging es dort um Fragen von Steuern bis Rechtsprechung. Der danebenstehende Justizturm gehört zu den bekanntesten Silhouetten des Palastes.
Der Harem
Der Harem war der private Bereich der Herrscherfamilie. Hier lebten die Mutter des Sultans (Valide Sultan), seine Frauen und Kinder sowie zahlreiche Bedienstete. Der heute zugängliche Teil ist ein Gefüge aus Räumen und Höfen, das über die Jahrhunderte gewachsen ist.
Das Enderun
Um den dritten Hof lag das Enderun, die Schule, in der junge Männer für den Staatsdienst ausgebildet wurden. Mit der Zeit stiegen die Absolventen in Hofämter auf, einige sogar in höchste Staatsämter.
Vom Palast zum Museum
Im 19. Jahrhundert zogen die Sultane in neu gebaute Paläste am Bosporus. Als Sultan Abdülmecid um 1856 nach Dolmabahçe übersiedelte, war Topkapı nicht mehr Regierungssitz. 1924, in der jungen Republik, wurde der Palast als Museum für die Öffentlichkeit geöffnet.
Topkapı ist weniger ein einzelnes Gebäude als eine kleine Stadt, geordnet durch Höfe und Tore.
Wo man es heute sieht
Der Palast liegt auf der Landzunge Sarayburnu, direkt neben Sultanahmet. Achten Sie an den Toren auf die Kalligrafie und die Tughra des Sultans. Der Brunnen Ahmeds III. vor dem Palast stammt aus der Tulpenzeit. Mehr über den Gründer des Palastes lesen Sie unter Die Eroberung Konstantinopels, über den Herrscher seiner glanzvollsten Zeit unter Süleyman der Prächtige. Für den Harem und einzelne Bereiche kann ein eigenes Ticket nötig sein; prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Angaben des Museums.
