Dort, wo die Save in die Donau mündet, überblickt die Festung Kalemegdan die Stadt Belgrad, die jahrhundertelang als Tor nach Mitteleuropa galt. Die Osmanen nutzten sie als Ausgangspunkt für Feldzüge nach Ungarn.

1456 und 1521: Das Tor wird erobert

Mehmed II. belagerte Belgrad 1456, musste die Belagerung aber angesichts der Verteidigung unter dem ungarischen Feldherrn Johann Hunyadi abbrechen. Die Festung fiel erst 1521 bei einem Feldzug Süleymans des Prächtigen kurz nach seiner Thronbesteigung (siehe Süleyman der Prächtige). Die Eroberung öffnete den Weg zur Schlacht bei Mohács fünf Jahre später und zum Vorstoß nach Ungarn. Der Name Kalemegdan wird gewöhnlich von den türkischen Wörtern kale (Festung) und meydan (Platz) abgeleitet.

Das osmanische Belgrad

Unter osmanischer Herrschaft wurde Belgrad zu einer Balkanstadt mit Moscheen, Bädern, Märkten und Grabmälern. Von 1688 bis 1690 stand sie kurz unter habsburgischer Herrschaft; 1717 eroberte Österreich die Stadt erneut und erhielt sie 1718 im Frieden von Passarowitz formell; 1739 kam sie mit dem Frieden von Belgrad zu den Osmanen zurück. Die osmanische Garnison verließ die Festung 1867, als sie unter serbische Kontrolle kam. In Belgrad wurde auch Großwesir Kara Mustafa Pascha nach der Niederlage vor Wien 1683 hingerichtet (siehe Wien).

Das Grabmal von Damad Ali Pascha

In der Festung, nahe dem Stambol-Tor, steht ein kleiner achteckiger Bau: das Grabmal von Damad Ali Pascha. Es soll an den Großwesir erinnern, der 1716 in der Schlacht bei Peterwardein fiel, und wird in das späte 18. Jahrhundert datiert. Es zählt zu den bekanntesten erhaltenen osmanischen Bauten Belgrads.

Was man heute sieht

  • Festung und Park Kalemegdan: Mauern, Tore und Türme um eine große Grünfläche, mit Blick auf den Zusammenfluss von Save und Donau.
  • Grabmal von Damad Ali Pascha: ein osmanisches Grabmal in der Festung.
  • Bajrakli-Moschee: soll aus dem 17. Jahrhundert stammen und wird oft als einzige noch erhaltene Moschee der Stadt bezeichnet (Stadtteil Dorćol).

Tipps für den Besuch

Kalemegdan liegt zu Fuß nah am Stadtzentrum, der Park ist frei zugänglich. Für Festung und Grabmal genügen zwei Stunden; mit der Bajrakli-Moschee sollten Sie einen halben Tag einplanen. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten von Grabmal und Moschee. Weitere osmanische Spuren in Ungarn finden Sie unter Budapest und Szigetvár.